Fortbildungen, Workshops und Fachtage in der Gewaltprävention
Fachtag Gewaltprävention in Dresden
Sexuelle und geschlechtliche Selbstbestimmung sind grundlegende Rechte junger Menschen. Fachkräfte in den Hilfen zur Erziehung tragen die Verantwortung, diese Rechte zu achten, Schutz zu gewährleisten und diskriminierungssensible Räume zu schaffen, in denen sich junge Menschen sicher und selbstbestimmt entwickeln können.
Der Fachtag „Sexuelle Selbstbestimmung und geschlechtliche Vielfalt in den Hilfen zur Erziehung“ verbindet rechtliche Grundlagen mit praxisnahen Impulsen für die pädagogische Arbeit. Im Fokus steht insbesondere § 9 Nr. 3 SGB VIII, der die Kinder- und Jugendhilfe verpflichtet, unterschiedliche Lebenslagen junger Menschen zu berücksichtigen, Benachteiligungen abzubauen und die Gleichberechtigung der Geschlechter zu fördern.
Was erwartet die Teilnehmenden?
- Grund- und Menschenrechte als Rahmen pädagogischen Handelns
- Perspektiven, Rechte und Beteiligung junger Menschen
- Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in den stationären Hilfen zur Erziehung
- Spannungsfeld zwischen Schutzauftrag und sexueller Selbstbestimmung
- Entwicklung und Umsetzung sexualpädagogischer Konzepte
- Diskriminierungssensible Methoden für Gespräche über Sexualität, Beziehungen und Grenzen
Neben Fachvorträgen und Praxisberichten bieten zwei Workshopphasen sowie ein Markt der Möglichkeiten Raum für fachlichen Austausch, Vernetzung und neue Anregungen für die eigene Praxis.
Zielgruppe
Der Fachtag richtet sich insbesondere an Fachkräfte aus stationären und teilstationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Mitarbeitende von Jugendämtern und Fachberatungsstellen sowie Multiplikator_innen.
Anmeldung:
Fachtag „Selbstbestimmt, Vielfältig und Respektvoll“
Ein gemeinsamer Plan: Hilfeplangespräche beteiligungsorientiert gestalten
Wie können Hilfeplangespräche so gestaltet werden, dass junge Menschen sich wirklich beteiligen können?
Diese Frage steht im Mittelpunkt und knüpft an eine zentrale Herausforderung der Praxis an:
Hilfeplangespräche gehören in den Hilfen zur Erziehung zum Alltag und bestimmen maßgeblich den weiteren Verlauf der Hilfe. Damit Beteiligung gelingen kann, ist eine sorgfältige Vor- und Nachbereitung entscheidend – insbesondere, wenn die Wünsche und Interessen junger Menschen bewusst einbezogen werden sollen. Im Praxisalltag fehlt dafür jedoch oft der notwendige Raum.
In dieser Fortbildung richten wir den Blick gezielt auf die Phasen vor, während und nach dem Hilfeplangespräch. Gemeinsam analysieren wir typische Stolpersteine und erarbeiten, wie Sie junge Menschen in Ihrer Rolle als Fachkraft noch besser unterstützen können. Sie reflektieren Ihre eigene Haltung, nehmen die Perspektive junger Menschen ein und lernen praktische Methoden kennen, die die Vorbereitung erleichtern.
Inhalte:
- Reflexion der eigenen Haltung und systemischer Rahmenbedingungen
- Machtungleichgewichte erkennen und reduzieren
- Rechtliche Grundlagen und Prinzipien partizipativer Hilfeplangespräche
- Methoden und Materialien zur Vorbereitung junger Menschen auf das HPG
Zielgruppe: Fachkräfte und Leitungspersonen in stationären Hilfen zur Erziehung.
Termine: 03.05.2027, 9:00-16:00 Uhr
Kosten: 110 Euro
Anmeldung
Belohnen, Bestrafen, Erziehen? Verhaltenssteuerung in den Hilfen zur Erziehung kritisch hinterfragt
Token- und Punktesysteme gehören in vielen Einrichtungen noch immer zum pädagogischen Alltag. Sie sollen Verhalten steuern, Regeln durchsetzen und Entwicklung fördern. Für junge Menschen können solche Systeme jedoch mit Sanktionen verbunden sein, etwa durch Medienentzug, den Ausschluss von Aktivitäten oder Erfahrungen von Beschämung.
Gleichzeitig werden diese Ansätze in der Fachwelt zunehmend kritisch diskutiert. Welche Auswirkungen haben Belohnung und Bestrafung auf Beziehungen, Beteiligung und die Entwicklung junger Menschen? Welche Rolle kann positive Verstärkung spielen und wo liegen ihre Grenzen? Und welche Alternativen stehen Fachkräften im Umgang mit herausforderndem Verhalten zur Verfügung?
Die Fortbildung bietet Raum für Reflexion, fachlichen Austausch und die Auseinandersetzung mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Anhand praxisnaher Beispiele werden die Wirkungen von Belohnung und Bestrafung beleuchtet sowie beziehungsorientierte Alternativen wie Wiedergutmachung und Verantwortungsübernahme für den pädagogischen Alltag diskutiert.
Themen sind:
- Tokensysteme im Spiegel von Kinderrechten, Wissenschaft und Praxis
- Der gute Grund: Alternativen zu strafenden Konsequenzen
- Formen der Wiedergutmachung
- Verstärkersysteme kritisch reflektieren: Chancen, Grenzen und Wirkungen
- Impulse für die Weiterentwicklung von Schutz- und Gewaltschutzkonzepten
Zielgruppe: Fachkräfte und Leitungspersonen in stationären Hilfen zur Erziehung.
Termine: 02.09.2027, 9:00-16:00 Uhr
Kosten: 110 Euro
Modulreihe: Schritt für Schritt zum Schutzkonzept in der stationären Jugendhilfe
Nicht nur seit dem neuen UBSKM-Gesetz und den Änderungen im SGB VIII (§ 74, § 79a) sind alle Einrichtungen verpflichtet, wirksame Schutzkonzepte zu entwickeln, umzusetzen und regelmäßig zu überprüfen. Das Ziel: Kinder und Jugendliche in stationären Hilfen zur Erziehung wirksam vor Gewalt schützen.
Unsere Lösung: Die Modulreihe
Die Umsetzung ist komplex – wir begleiten Sie! In acht praxisnahen Modulen erhalten Leitungspersonen und Fachkräfte Input, Struktur und Austauschmöglichkeiten. Gemeinsam schaffen wir sichere Räume für junge Menschen.
Ihre Vorteile:
- Schritt-für-Schritt-Anleitung für ein umfassendes Schutzkonzept
- Fachlicher Austausch mit anderen Einrichtungen in Sachsen
- Praxisnahe Bausteine und Empfehlungen für externe Prozessberatung
Termine & Teilnahme:
- Start: 18. März 2026
- 8 Module, jeweils 9:00–12:30 Uhr, online via Zoom
- Kosten: 20 € pro Termin/Person
- Anmeldung: Für alle Bausteine, Ratenzahlung möglich
Module im Überblick:
- Einstieg ins Gewaltschutzkonzept
- Grundlagen familiärer & institutioneller Kinderschutz
- Handlungsleitfäden & Best Practices
- Verhaltenskodex
- Prävention – Mitarbeitende im Fokus
- Prävention – Beteiligung junger Menschen
- Beschwerde als Organisationskultur
- Kooperation & Vernetzung
Der Prozess ist komplex. Die Bausteine sind erster Schritt gedacht, den Prozess zu strukturieren. Wir empfehlen in jedem Fall eine externe Prozessberatung für Schutzkonzepte für den gesamten Prozess oder einzelne Bausteine. Diese können wir Ihnen über den Kinderschutzbund vermitteln.