Turmbau

Kurzbeschreibung

Eine spannende Methode, bei der die gute Laune nicht zu kurz kommt. Obwohl es ans Bauen geht, ist handwerkliches Geschick weniger gefragt, als sprachliche Ausdrucksfähigkeit. Bei der Durchführung zeigen sich Fallstricke der Kommunikation, die im Alltag häufig Anlass für Missverständnisse oder Streit sind. Außerdem kann sichtbar werden, wie die eigene Ausdrucksweise aussieht und was es für eine gute Verständigung mit Mitmenschen braucht.

Ziel

Kommunikationsfähigkeit stärken, Ursachen für Missverständnisse verstehen, Bedeutsamkeit von präzisem sprachlichem Ausdruck herausstellen, Unterschiedlichkeit von Sprache und daraus entstehender Vorstellung sichtbar machen, Sinn von Nachfragen zeigen – Nachfragen üben

Durchführung

Zwei Teilnehmende setzen sich an die kurzen Seiten eines rechteckigen Tisches (z. B. Größe eines Schreibtischs, einer Schulbank). Zwei weitere Teilnehmende halten einen Vorhang (z. B. Decke, anderes Stück Stoff) so, dass die beiden Sitzenden sich nicht sehen. Die Platzierung des Vorhangs ist ähnlich einem Netz bei einer Tischtennisplatte. Die sitzenden Teilnehmenden haben je ein gleiches Set mit Bausteinen zur Verfügung (am besten farbige Holzbausteine in verschiedenen Formen). Es werden zwei Rollen festgelegt: es gibt eine „vorbauende“ und eine „nachbauende“ Person. Die beiden Bauenden erhalten folgende Aufträge: Die Vorbauer_in legt/stellt mit den Bauklötzen eine Figur. Jede Bewegung, die sie mit den Bausteinen macht, beschreibt sie dem Gegenüber. Diese Person wiederum versucht anhand der Beschreibung den gleichen Aufbau nachzubauen. Der Vorgang dauert so lange, bis alle Bausteine aufgestellt sind. Die Herausforderung ist, die Beschreibung so präzise zu gestalten, dass das Gegenüber den Nachbau gut umsetzen kann. Der Rest der Gruppe beobachtet den Prozess. Nach der Fertigstellung der Bauwerke wird der Vorhang angehoben und die Ergebnisse können verglichen werden. Die anleitende Person (auch Mehrere möglich) kann mittels Fragestellungen eine Reflektion der Erfahrungen bzw. Beobachtungen anregen. Fragen an die Gruppe können sein: – Was ist Dir beim Ansagen/Bauen/Beobachten aufgefallen? – Was waren besondere Herausforderungen? – Wie ging es Dir mit den Ansagen? – Was waren Wendepunkte in der Durchführung? – Was war hilfreich bei der Umsetzung? In einer zweiten Runde können Variationen ausprobiert werden. Zum Beispiel kann die/der Nachbauende die Möglichkeit erhalten, Rückfragen zu stellen. Die Unterschiede im Vergleich zur Vorrunde können wieder mit der Gruppe ausgewertet werden.

Zeitrahmen

je nach Anzahl der verwendeten Bausteine und der Durchführungsrunden; mindestens 1 Stunde

Zielgruppe (Alter, ggf. Geschlecht usw.), Übertragbarkeit auf weitere Zielgruppe/n (ggf. durch Anpassungen)

Kleingruppen mit Personen im Alter von 10 bis 99 Fachkräfte, Kinder- und Jugendliche, junge Erwachsene, Eltern empfohlene Gruppengröße: 6 bis 10 Personen

Ort der Durchführung

outdoor und indoor, ausreichend Platz und Sitzgelegenheiten für die Gruppe

Benötigtes Material

Tisch rechteckig, mind. zwei Sitzgelegenheiten, zwei gleiche Bausteinsets (z. B. bunte Holzbausteine in verschiedenen Farben und Formen), blickdichter Vorhang (z. B. Decke, Vorhangstoff)

Variationen und Hinweise

Variation zum Ort der Methodendurchführung: Durchführung auf dem Fußboden Variation zum benötigten Material: auf anderer ebener Fläche durchführen, Akteure stehen, natürliches Hindernis als Sichtschutz Die Durchführung ist mit einer anleitenden Person möglich, zwei Anleitende sind empfehlenswert. Die Beobachtenden können bei dieser Übung etwas ins „Hintertreffen“ geraten. Deshalb sollten sie gut in die Durchführung einbezogen werden. Zum Beispiel könnte man der Beobachtergruppe eine spezielle Aufgabe geben: Beobachte, was hilfreich für das Bauen des identischen Bauwerks ist! o. ä.

Quellenangaben

Urheber_In

Unbekannt

Einreicher_In

Diana Hein

Einrichtung/Träger

Diakonisches Werk Delitzsch/Eilenburg e.V.

Arbeitsfeld der Kinder- und Jugendhilfe

Fachstelle Gewaltprävention Nordsachsen

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